Bücher

Gustav Mahler – Interpretationen seiner Werke

hg. von Peter Revers und Oliver Korte, Laaber 2011, 2 Bände, 1016 Seiten.

Diese Monographie sämtlicher Werke Gustav Mahlers enthält umfangreiche Beiträge namhafter Mahlerforscher zu jeder Sinfonie und jedem Lied, aber auch zu allen Frühwerken Mahlers, zu seinen Bearbeitungen fremder Werke sowie zu erhaltenen Fragmenten. Die Beiträge geben Auskunft über die Entstehungs- und Rezepionsgeschichte der Werke, sie liefern Analysen und Deutungen. Vier Essays zu werkübergreifenden Fragestellungen komplettieren die Publikation.


Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen

hg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach unter Mitarbeit von Oliver Korte und Nancy Tanneberger, München: Henle 2009, 2 Bände, 1189 Seiten.

Eine kritisch edierte und kommentierte Gesamtausgabe aller authentischen zeitgenössischen Primärzeugnisse und Berichte zu Ludwig van Beethoven: Exzerpte aus Tagebüchern, Briefen, Presseberichten, Erinnerungen, Nekrologen und Gedichten, ferner Interviews, die die Beethoven-Biographen Jahn, Nohl und Thayer noch mit Zeitgenossen führen konnten. Die Quellensammlung ergänzt die vorliegenden Editionen von Beethovens Korrespondenz sowie seines Tagebuchs und der Konversationshefte um ein modernes Standardwerk.


Die Ekklesiastische Aktion von Bernd Alois Zimmermann.

Untersuchungen zu einer Poetik des Scheiterns. (= Berliner Musik Studien, Band 29) Sinzig: Studio-Punkt-Verlag 2003, 206 Seiten.

Diese Monographie der letzten Komposition von Bernd Alois Zimmermann nähert sich dem Werk aus verschiedenen Blickwinkeln: Die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte wird nachgezeichnet. Die verarbeiteten Texte werden analysiert und ihre komplexen gegenseitigen Bespiegelungen im Werk entschlüsselt. Die musikalische Faktur wird detailliert analysiert. Dabei werden erstmals sämtliche Skizzen vollständig berücksichtigt; dem Komponisten wird nachträglich bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Zimmermann zeichnet auf allen Ebenen des Werkes den Weg in ein umfassendes Scheitern an den irdischen Verhältnissen. Es wird gezeigt, dass sich selbst in der musikalischen Faktur ein symbolisches Scheitern vollzieht. Am Ende der Ekklesiastischen Aktion kippt Anklage in Klage und Auflehnung in Ohnmacht. Fünf Tage nach Abschluss der Partitur nahm sich der Komponist das Leben.


Artikel

Macrocosm – Microcosm: About the Influence of Gustav Mahler’s Eighth Symphony on the Work of Anton Webern

in: A Total Work of Art: Mahler´s Eight Symphony in Context (=Studien zur Werungsforschung 52), hrsg. von Elisabeth Kappel, Wien: Universal Edition 2011, S. 202–213.

Eine Untersuchung der satz- und instrumentationstechnischen Spuren, die das Erlebnis der Uraufführung von Mahlers Sinfonie Nr. 8 in Weberns Orchesterstücken op. 10 hinterlassen hat. Weberns op. 10 entstand unmittelbar nach Mahlers Tod.


Nacht und Licht. Die Kindertotenlieder

in: Gustav Mahler – Interpretationen seiner Werke, hg. von Peter Revers und Oliver Korte, Laaber 2011, Bd. 1, S. 467–497.

Eine eingehende analytische sowie entstehungsgeschichtliche Betrachtung des letzten Beitrags von Gustav Mahler zur Gattung des Liedes.


Leere Räume

in: Raum in den Künsten, hg. von Armen Avanessian und Franck Hofmann, Fink 2010, S. 167–174.

Ein Bericht über das Video rien nul/zero, eine Gemeinschaftsproduktion Oliver Kortes mit dem bildenden Künstler Werner Gasser nebst analytischen Anmerkungen zum Sextett rien nul.


Antoine Brumel und Guilielmus Monachus. Falsobordone in Praxis und Theorie.

In: Jan Philipp Sprick, Reinhard Bahr, Michael von Troschke (Hgg): Musiktheorie im Kontext. 5. Kongress der Gesellschaft für Musiktheorie (= Musik und. Eine Schriftenreihe der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Neue Folge Band 9), Berlin: Weidler 2008, S. 247-259.

Der erste Teilsatz des Dies irae aus der Missa pro defunctis von Antoine Brumel wird im Lichte der Regeln betrachtet, die der Theoretiker Guilielmus Monachus im Traktat De preceptis artis musicae formuliert. Es handelt sich um einen Falsobordone-Satz, also eigentlich um einen homophonen Satz par exellence. Warum aber gestaltet Brumel die beiden Oberstimmen seines Satzes als Kanon und wie gelingt es ihm, die Konstruktionsprinzipien des Falsobordone und des Oberstimmenkanons übereinanderzublenden? Einen Anhaltspunkt liefert der Ursprung des Fauxbourdon selbst, der als „canon sine pausis“ gedeutet werden kann.


Geographischer Ort und Ereignisraum. Tunjuk für großes Orchester.

In: Torsten Möller (Hg) „Wenn A ist, ist A“. Der Komponist Dieter Mack, Saarbrücken: Pfau 2008, S. 120-136.

Analytische Betrachtungen zum bisher großformatigsten Orchesterstück des Komponisten Dieter Mack, welches im Jahr 2006 in Lübeck uraufgeführt wurde.


„Eine äußerst komplexe Strukturierung der Klangfarbe“. Kompositorische Strategien in Bernd Alois Zimmermanns pas de trois.

In: Musik-Konzepte Sonderband Bernd Alois Zimmermann. München: edition text+kritik 2005, S. 51-64.

Bernd Alois Zimmermanns so genannte „pluralistische“ Kompositionstechnik wurde bislang vor allem als Komposition in unabhängigen Zeitschichten verstanden. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei stets Zimmermanns Umgang mit musikalischen Zitaten. Zimmermann selbst betont jedoch immer wieder die zentrale Bedeutung der Kategorie des Klanges in seinen pluralistischen Werken: er spricht ausdrücklich von „pluralistischer Klangkomposition“. Der Aufsatz nähert sich Zimmermanns spezifischer Technik einer aus seriellen Verfahren heraus entwickelten Klangkomposition.


„Written on his death-bed“. Ein Beethoven-Autograph aus dem Besitz von Johann Andreas Stumpff (mit Klaus Martin Kopitz).

In: Johannes Laas und Cordula Heymann-Wentzel (Hgg): Musik und Biographie. Festschrift Rainer Cadenbach zum 60. Geburtstag. Würzburg: Königshausen & Neumann 2004, S. 179-196.

Der Aufsatz hat ein Beethoven-Autograph zum Gegenstand, auf dem Beethovens Freund und Gönner Johann Andreas Stumpff notierte, der Komponist habe es auf dem Totenbett für ihn geschrieben. Die Analyse des Notentextes, die Auswertung erhaltener Sekundärquellen, die materiale Untersuchung des Notenpapiers und der Vergleich mit anderen Beethoven-Autographen gewähren Einblick die Geschichte des Notenblattes.


Galina Ustwolskaja. Musik als geistliches Ritual.

In: Oliver Schwab-Felisch, Christian Thorau und Michael Polth (Hgg): Individualität in der Musik. Stuttgart: Metzler 2002, S. 309-319.

Alle Werke der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja zeichnen sich durch einen ausgesprochen zwingenden Charakter aus. Am Beispiel der vierten Sinfonie werden Elemente der kompositorischen Sprache Ustwolskajas aufgezeigt und es werden die Charakteristika ihrer musikalischen Syntax untersucht. Spielt die Idee der Individualität Ustwolskajas Musik überhaupt eine Rolle oder initiiert sie ein Ritual, das im Gegenteil auf eine Suspendierung des Individuellen zielt?


Zu Bernd Alois Zimmermanns später Reihentechnik.

In: Rudolf Bockholdt, Peter Cahn, Anselm Gerhard und Clemens Kühn (Hgg): Musiktheorie, Heft 1/2000, S. 19-40.

Mit der längst überfälligen Richtigstellung einiger Grundreihen von Werken Zimmermanns aus den späten fünfziger Jahren wird eine große Stringenz im Gesamtbestand seiner Reihenbildungen erkennbar. Zimmermann arbeitet nach 1954 mit sehr wenigen Reihentypen, deren Möglichkeiten er systematisch von Werk zu Werk auslotet. Die Struktur der symmetrischen Allintervallreihe steht hierbei im Brennpunkt seines Interesses. Analytische Anmerkungen zu Zimmermanns Vier kurzen Studien für Violoncello solo beschließen den Aufsatz.


Dekomposition. Eine Produktionsstrategie in Literatur und Musik (mit Richard Grasshoff).

In: Andreas Haus, Franck Hofmann und Änne Söll (Hgg): Material im Prozess. Strategien ästhetischer Produktivität. Bonn: Reimer 2000, S. 123-136.

Jede Struktur, die als Vorlage einer Zergliederung, Zerstückelung oder Zerschneidung dient, ist Material von Dekomposition. Solche Strukturen liegen nur im einfachsten Fall als handgreifliche „Materie“ vor, z.B. als Partitur oder als literarischer Text. Auch immanente Strukturen, wie poetische Formen oder musikalische Modelle, können zum Material der – in diesem Falle intellektuellen – Dekomposition werden. Verschiedene Spielarten der Technik der Dekomposition werden exemplarisch vorgeführt.


Lexikonartikel

Grundblatt Benjamin Schweitzer.

In: Hanns-Werner Heister und Walter-Wolfgang Sparrer (Hgg): Komponisten der Gegenwart (KdG), München: edition text+kritik, 29. Nachlieferung, 2005.


Artikel Biagio Marini und Bernd Alois Zimmermann.

In: Stefan Drees (Hg): Lexikon der Violine, Laaber: Laaber 2003, S. 414-416 und S. 776-777.


Chronik Alban Berg.

In: Anthony Pople (Hg): Alban Berg und seine Zeit. Laaber: Laaber 1999, S. 8-25.