Begleittext
Anmerkungen zu: ... aus der Asche für Sextett
... einzigartig aber ist der Vogel, der sich selbst neu gebiert und wieder zeugt. Die Assyrer nennen ihn Phönix. Er lebt weder von Feldfrucht noch von Kräutern, sondern von Weihrauchtränen und vom Saft des Amomum. Hat dieser die fünf Jahrhunderte seines Lebens vollendet, baut er sich in den Ästen der Steineiche oder im Wipfel der schwankenden Palme mit den Fängen und seinem unbefleckten Schnabel ein Nest. Hat er dort aus Cassia, Ähren der milden Narde, Stücken von Zimt und gelblicher Myrrhe eine Streu bereitet, lässt er sich darauf nieder und beschließt sein Leben inmitten von Wohlgerüchen. Hierauf soll aus dem väterlichen Leib ein kleiner Phönix wiedergeboren werden, dem beschieden ist, ebenso viele Jahre zu leben ...
[Ovid: Metamorphosen, 15. Buch, 392ff.]