Begleittext

Anmerkungen zu: Lichtstück für fünfzehn Instrumente

Das Lichtstück  entstand 1991/92. Nach einer Aufführung im Jahr 1992 in Hamburg habe ich es einer tiefgreifenden Revision unterzogen.  In der Komposition werden Erscheinungsformen des Lichts aufs Musikalische übertragen. Das Gewicht liegt auf zarten und gedämpften Farben. Das Werk beginnt in einem Halbdunkel voller schwacher Lichtquellen: milchigem Glimmen, fernen Schimmern oder auch warmem Flackern. Heller wird es im mehrgliedrigen Mittelteil: Ein sehr mildes Leuchten wandelt sich in stroboskopisches Blitzen, in ölige Farbschlieren und steigert sich schließlich – direkt vor dem Zurücksinken ins Halbdunkel – in ein glänzendes Funkeln.

Die Besetzung ist an Bachs Brandenburgisches Konzert BWV 1048 angelehnt. Der Streicherapparat entspricht mit drei Violinen, drei Violen, drei Celli und Kontrabass genau der Besetzung des Konzertes. Besonders reizvoll war daran für mich die klangliche Möglichkeit, jede Gruppe wahlweise als Tutti zu verwenden oder in drei Soli zu spalten. Zu den Streichern tritt – anders als bei Bach – eine Dreiergruppe Holzbläser: Flöte, Klarinette und Fagott. Zwei Schlagzeuger reflektieren entfernt den barocken basso continuo, namentlich dort, wo sie Metallinstrumente spielen (Glockenspiel, Vibraphon, Gong und Tamtam). Ein satztechnischer Einfluss Bachs liegt in der polyphonen Faktur des Werkes, einer Faktur, die weniger mit Bachs Fugen zu tun hat, als mit seinen verrätselten Kanons, die mich immer aufs Neue faszinieren. 

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